Anna Rieser / Die Ankunft / von Elfriede Jelinek / Volks-theater Wien



1945, die letzten Kriegstage: Auf Schloss Rechnitz im Burgenland wird ein rauschendes Fest gefeiert. Als Höhepunkt erschießen Gäste etwa 200 jüdische Zwangsarbeiter:innen. In den 2000ern zieht eine rechtsextreme Terrorzelle unbehelligt mordend durch Deutschland. In beiden Fällen verläuft die juristische Aufarbeitung schleppend, Zeug:innen schweigen, Beweise verschwinden. Und heute? Die politische Mitte verstummt, der Rechtsruck ist in vollem Gang, völkisches und radikales Denken werden wieder salonfähig – und beängstigende Kontinuitäten immer erkennbarer.


Pressestimmen:

“’Das Lebewohl - nein: die Ankunft’ ist das Schlussstück dieser "vier Stücke zur rechten Zeit" und zeigt die Rechtspopulisten am Ziel: Sie feiern, drohen (etwa gegen die im Parkett sitzende Presse) und verhöhnen (etwa den in einer Loge sitzenden Wiener Bürgermeister, der zu hören bekommt: "Kein Arbeiter bewegt sich noch in dieser Arbeiterbewegung. Und wenn, dann hin zu uns."). Dem siebenköpfigen Ensemble genügt es, slick, smart und selbstbewusst aufzutreten, dass nicht viel Fantasie dazugehört, sich ganz ähnliche Szenen in der nicht allzufernen Realität vorzustellen.“ (Salzburger Nachrichten, 27.09.2026)


“Der finale Teil gehört zu den stärksten des Abends: Das großartige Ensemble entlarvt die festgelegte rhetorische Formelhaftigkeit ("Nie wieder") in atemberaubendem Tempo und legt frei, was die Autorin mit dem Begriff "Sündenstolz" meint. Die stete Wiederholung des Sinnentleerten fördert die Wahrheit nicht.“ (Nachtkritik, 27.09.2026)


Autorin: Elfriede Jelinek Regie: Jan Philipp Gogler
Bühne: Marie Roth
Kostüme: Franziska Bornkamm, Anna Lechner
Musik: Kostia Rapoport
Lichtdesign: Tobias Krauß
Dramaturgie: Matthias Seier, Brigitte Angela Ostermann
Cast / Ensemble:
Andrej Agranovski, Tjark Bernau, Elias Maria Burckhardt, Katharina Kurschat, Josef Mohamed, Maximilian Pulst, Anna Rieser sowie als Gast Emmy Werner